Lebensbereiche der Stauden Bei den Stauden-Beschreibungen finden Sie jeweils ein Kürzel (z.B. Fr2) für den Lebensbereich, in der die Staude ihren optimalen Standort findet. Links haben wir für Sie alle Stauden-Lebensbereich-Kürzel aufgeführt !
Die Kürzel für die Lebensbereiche soll die Auswahl der Stauden für den jeweils richtigen Platz erleichtern. Letztlich müssen aber Sie entscheiden, welche Pflanzen (Stauden) "zusammenpassen" und welche eher nicht - meiner Meinung nach sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie keine Stauden kombinieren, die aus entgegengesetzten Lebensbereichen stammen, z.B. Astilben (schattig; frische, nährstoffreiche feuchte Böden) mit Blauschwingel (vollsonnig; trockene, nährstoffarme Böden) - denn daran kann man den Laien vom Fachmann unterscheiden. Die folgenden Auflistung gibt einen Überblick über die einzelnen Lebensbereiche der Stauden an. Die hier aufgeführten Lebensbereiche von Stauden wurden von Prof. Dr. J. Sieber definiert.
![]() Lebensbereich GehölzG = Gehölz
G1 = trockener Boden G2 = frischer Boden G3 = feuchter Boden Unter Sträuchern und Bäumen finden in erster Linie Wild- und Waldstauden einen idealen Standort. Sie bevorzugen lichten Schatten, Halbschatten oder auch Schatten. Viele Vorfrühlings- und Frühlingsblüher sind Bewohner dieses Lebensbereiches. Zur Blütezeit sind die Bäume und Sträucher noch unbelaubt, so dass die Stauden schon gut von der wärmenden Sonne erreicht werden. Im Sommer hält das Blätterdach der Sträucher und Bäume die direkte Hitzestrahlung fern.
![]() Lebensbereich GehölzrandGR = Gehölzrand
GR1 = trockener Boden GR2 = frischer Boden GR3 = feuchter Boden Der Lebensbereich Gehölzrand (GR) beschreibt Standorte am Rand von Bäumen und Sträuchern. Hier sind grundsätzlich zwei Lagen zu unterscheiden: Zum einen warme und sonnige, offene Lagen nach Süden, zum anderen die absonnige und kühle Nordlage und die wechselschattigen Ost- und Westränder. Am Gehölzrand ist der Boden überwiegend humos und hat daher die Unterscheidung GR1 trocken, GR2 frisch und GR feucht.
![]() Lebensbereich FreiflächenFr = Freiflächen
Fr1 = trockener Boden Fr2 = frischer Boden Fr3 = feuchter Boden Außerhalb der Standorte von Bäumen und Sträuchern, also auf offenen, sonnigen "Freien-Flächen", gibt es viele Garten- Situationen, in denen viele Stauden optimale Lebensbedingungen finden. Je nach ihren Ansprüchen an Feuchtigkeitsgehalt und Wasserhaltekraft des Bodens lassen sich unter den Wild- und Beetstauden unterscheiden: Arten für den warmen, vollsonnigen Standort mit durchlässigem, trockenem Boden (= Fr1 ), Stauden für mäßig trockenen bis frischen Boden (= Fr2 ) und letztlich Stauden, die einen ausreichend feuchten Boden bevorzugen (= Fr3 ). b (= "beetstaudenähnlich")
gekennzeichnet wurde.
SH = Freiflächen mit Steppenheidecharakter
Für sehr warme sonnnenseits geneigte Flächen (Böschungen, Terrassen) mit trockenem, kalkhaltigen (= alkalischen) Boden eignen sich sogenannte "Steppen-Heide-Stauden" bzw. Freiflächenstauden mit Steppenheidecharakter. H = Freiflächen mit Heidecharakter
H1 = trockener Boden H2 = frischer Boden H3 = feuchter Boden Für die nährstoffärmeren etwas bodensaureren Bereiche eigenen sich sehr gut die Heidepflanzen-Stauden bzw. die Freiflächenstauden mit Heidecharakter.
Lebensbereich SteinanlagenST = Steinanlagen
ST1 = sonnig ST2= halbschattig ST3= schattig Stauden, die sich im Bereich von Steinen bzw. Steinanlagen wohl fühlen, brauchen sonnige Lichtverhältnisse und einen durchlässigen, kieshaltigen Boden. FS = Felssteppen
Viele Stauden fühlen sich im Bereich der Steine wohl. Diese sind empfindlich gegenüber Staunässe und gedeihen deswegen am besten in einem Schotter- oder Kiesboden, welcher wasserdurchlässig ist, den sogenannten "Fels-Steppen" (= FS). M = Fels- Matten
Andere Stauden gedeihen selbst in den flachen Bodenschichten über Felsen oder größeren Steinen, den sogenannten "Fels-Matten" (= M). MK = Mauerkrone
SF = Stein-Fugen
Wieder andere Stauden eignen sich bestens zum Pflanzen hinter die "Mauerkrone" von Trockenmauern
![]() Lebensbereich AlpinumA = Alpinum
Der Lebensbereich Alpinum wurde in Anlehnung an die Steinanlagen gebildet und ist deswegen vergleichbar. Das Alpinum eigenet sich in der Regel für Stauden, die kaum Konkurrenz vertragen können und auf falschen Standortem mit Konkurrenz stärkeren Nachbarn, schnell verdrängt werden. Daher sind diese Stauden einerseits sehr anspruchsvoll, wenn es an die Wahl ihres Platzes im Garten geht, andererseits aber auch sehr reizvoll.
![]() Lebensbereich BeetB = Beet
B1 = trockener Boden B2 = frischer Boden B3 = feuchter Boden Das Beet ist in den meisten Gärten die häufigste Standortsituation. Und genau für diesen Lebensbereich gibt es eine Vielzahl an herrlichen Stauden mit stattlichem Habitus und prächtigen Blüten. Diese Stauden benötigen einen nährstoffreichen, frischen und humosen Boden (= guter Garten-Boden), sowie einen möglichst konkurrenzfreien Standort.
![]() Lebensbereich WasserW = Wasser
W1 = Stauden mit Triebe über dem Wasser W6 = Schwimmblatt-Pflanzen W7 = untergetauchte (submerse) Pflanzen W8 = freischwimmende Pflanzen Für alle in Gartenteichen üblichen Wassertiefen gibt es geeignete Stauden bzw. Wasserpflanzen. Die Vielfalt der Wuchsformen dieser Stauden ist sehr groß. Nach den Wuchsformen lassen sich die Wasserpflanzen in folgende Gruppen einteilen:
![]() Lebensbereich WasserrandWR = Wasserrand
WR4 = Sumpfpflanzen WR5 = Röhrichtgürtel Für die durch große Bodenfeuchtigkeit gekennzeichneten Situationen am Rande eines Teiches oder von Bächen eigenen sich manche Stauden besonders gut.
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